Techniken der Vasektomie

Auf dieser Seite möchten wir Sie über die unterschiedlichen operativen Techniken der Vasektomie informieren.

No-scalpel vasectomy

Bei dieser in China entwickelten Methode der Vasektomie wird mittels einer spitzen Klemme die Haut über dem Samenleiter gedehnt und der Samenleiter freigelegt. Dabei wird der Samenleiter mit einer speziell entwickelten Halteklemme gefasst. Diese Technik ist sicher derzeit die atraumatischste Methode und findet weltweit immer mehr Anhänger, u.a. weil die Komplikationsrate doch sehr gering ist.

 

 

Fulgurisationstechnik (minimal--invasive Vasektomie)

 

Bei dieser Technik wird durch das Einbringen einer Diathermienadel in den Samenleiter eine thermische Schädigung der Schleimhaut verursacht. Dadurch kommt es zu einem narbigen Verschluß. Fulguriert werden beide Samenleiterenden auf einer Strecke von ca. 1cm, das Zwischenstück wird entfernt und es erfolgt eine Unterbindung des hodennahen Samenleiteranteils. Diese Technik zeigt eine hohe Sicherheit bei minimaler Komplikationsrate auf.

Diese Methode dürfte derzeit weltweit die wohl am häufigsten angewandte Technik sein.

 

 

Ligaturtechnik (konventionelle Vasektomie)

 

Diese Methode wird in Deutschland mit Abstand am häufigsten angewandt. Die Samenleiter weden freipräpariert, durchtrennt, ein Zwischenstück von mindestens 20mm wird entfernt und diejweiligen Enden mit einem Faden verschlossen. Werden bei dieser Technik weniger als 14-16mm resezieert, kommt es zu einer Erhöhung der Rekanalisationnsrate.

 

 

Open-ended Vasektomie

 

Diese Methode ist eher wenig verbreitet. Das hodennahe Samenleiterende wird bei dieser Technik nicht verschlossen. Dadurch entsteht weniger Druck im Nebenhoden und es sollen postoperativ weniger Schmerzen auftreten. Es treten nach der Operation aber deutlich mehr Spermagranulome auf was zu einer erhöhten Rekanalistionsrate führt.

 

 

Cliptechnik

  

Die Samenleiterenden werden bei dieser Methode mittels Hämoclips unterbunden. Problem ist jedoch, dass diese Clips für Gefäße produziert wurden und nicht für den kräftigen Muskelschlauch des Samenleiters. Durch ein postoperatives anschwellen des Samenleiters können die Clips auseinandergepresst werden und eine erneute Durchgängikeit ist gegeben. Mittlerweile wurden in den USA spezielle Clips für den Samenleiter entwickelt (VASCLIP, pro Vas). Bei dieser Technik werden die Samenleiter freipräpariert und anschließend diese speziellen Clips aufgebracht. Der Samenleiter wird dabei komprimiert ohne das es zu einem anschwellen kommt. Leider gibt es keine Studie mit hohen Patientenzahlen die diese Methode untersucht hat, daher ist dies auch nur schwer zu bewerten. Die praktische Erfahrung einiger amerikanischer Kollegen scheint jedoch eine relativ hohe Versagerquote aufzuzeigen. Ein weiter Nachteil sind die relativ hohen Kosten für die Clips (ca. 300-500 US Dollar).